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Deutsche Einwanderer in North Dakota

Aktualisiert: 16. Nov. 2022

Meine ersten beiden Auswanderer-Krimis, "Hoffnung ist ein weites Feld“ und "Man erntet, was man sät", spielen Anfang der 1880er Jahre im nördlichen Teil des Dakota-Gebietes, das damals ein Territory, also ein Schutzgebiet der Vereinigten Staaten war und aus dem 1889 die beiden Bundesstaaten North Dakota und South Dakota wurden.


Zur Zeit der Handlung wurde das Dakota-Gebiet gerade mit Bauern aus Europa und Amerika neubesiedelt, nachdem man einige Jahre zuvor die Sioux militärisch bezwungen und in Reservate verfrachtet hatte. Verschiedene Eisenbahnunternehmen begannen Gleise durch die Prärie zu verlegen und da sie daran verdienen wollten, Menschen und Güter zu transportieren, sparten sie keine Kosten, das Dakota-Gebiet als landwirtschaftliches Paradies anzupreisen. Ihre Werber verteilten auch in Deutschland, Skandinavien und Russland Broschüren.


Abgesehen vom angeblich hervorragenden Klima und der fruchtbaren Erde gab es ein weiteres Argument, das eine Auswanderung ungemein attraktiv machte: Jede Familie und auch jeder alleinstehende Erwachsene, Frauen, eingeschlossen, konnte 160 Acres (rund 65 Hektar) kostenloses Land bekommen. Einzige Bedingung: Man musste direkt auf dem Land leben und es fünf Jahre lang bestellen. Für viele mittellose Landarbeiter aus Europa war die Aussicht auf eigenen Landbesitz unwiderstehlich, zumal sie durch die Briefe der vor ihnen ausgewanderten Verwandten und Freunde ermutigt wurden.



Die Einwanderer machten sich nach ihrer Ankunft tatenhungrig daran, die Grassteppe umzupflügen und da es weit und breit keine Bäume gab und Bretter für die meisten Siedler anfangs unerschwinglich waren, bauten sie erst einmal so genannte „sod houses“. Das waren Hütten aus aufgestapelten Erdplatten, die durch die vielen Graswurzeln zusammen gehalten wurden.


Russlanddeutsche in North Dakota


Die Präriegebiete der USA und Kanadas wurden nicht nur von vielen Einwanderern aus Deutschland besiedelt, sondern auch von zahlreichen Russlanddeutschen, die Ende des 19. Jahrhunderts ihre Dörfer an der Wolga und am Schwarzen Meer verließen, nachdem Zar Alexander II. ihren Sonderstatus, insbesondere die Befreiung vom Dienst in der russischen Armee, aufgehoben hatte. Die deutschen Siedler waren Mitte des 18. Jahrhunderts der Einladung von Zarin Katharina II. gefolgt, sich in Russland niederzulassen.


Im Dakota-Territory, aus dem später die Staaten North Dakota und South Dakota hervorgingen, lockten sowohl Freiheit als auch 160 Acres (ca. 64 Hektar) kostenloses Land. 1862 hatte Präsident Lincoln das Homestead-Gesetz unterzeichnet, das jeder Person über 21 Jahren erlaubte, sich auf einem bis dahin unbesiedelten Stück Land niederzulassen.


32.000 Russlanddeutsche siedelten sich alleine in Nord Dakota an und spielen dementsprechend auch eine wichtige Rolle in meinem Auswanderer-Krimi "Hoffnung ist ein weites Feld".


Ein wichtiger Unterschied zum Leben in Russland war die Vorschrift des Homestead-Gesetzes, dass die Siedler direkt auf ihrem Stück Land, das als "Homestead" bezeichnet wurde, wohnen mussten. Das war eine große Umstellung, denn in Russland hatten sie in Dorfgemeinschaften gelebt, die u.a. gemeinsame Weiden und Getreidespeicher für den Notfall hatten. In Amerika war nun jede Familie auf sich selbst gestellt. Allerdings unterstützten sich auch hier die Nachbarn, die nun weit von einander entfernt lebten, beim Pflügen, bei der Aussaat und Ernte sowie beim Bau von Häusern und Scheunen.


"Hoffnung ist ein weites Feld“ und "Man erntet, was man sät" sind der Auftakt einer Serie, die den Leser in die Welt der Siedler eintauchen lässt und die dem Leben der deutschen Familie Sievers sowie ihrer Verwandten, Freunde und Nachbarn von den 1880er Jahren bis ans Ende des Zweiten Weltkriegs folgt. Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser Zeitreise!

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