Mehrheit junger Amerikaner will den Sozialismus
Immer mehr Amerikaner sehen im Sozialismus das bessere Gesellschaftssystem. Laut einer Erhebung des renommierten Meinungsforschungsinstitutes Gallup im August 2026, würden es 43 Prozent der US-Bevölkerung bevorzugen, in einem sozialistischen Wirtschaftssystem zu leben. Damit ist dieser Wert erstmals seit Beginn dieser Erhebung im Jahr 2010 auf über 40 Prozent gestiegen.
Insbesondere Großunternehmen sind in den USA wenig beliebt, nur 35 Prozent der Bevölkerung bewerten deren Existenz positiv. 95 Prozent haben dagegen eine positive Einstellung Kleinunternehmen gegenüber. Die Amerikaner, die den Kapitalismus ablehnen, wollen also keinen Kommunismus, sondern einen Sozialmus in dem sich kleine Unternehmen frei entfalten können.
Besonders bemerkenswert: Bei den Amerikanern im Alter von 18 bis 34 Jahren lag die Zustimmung zu einem derartigen Gesellschaftssystem bei 57 Prozent.
Junge Amerikaner halten sich geradeso über Wasser
Verwunderlich ist das eigentlich nicht. Einer Studie der Bank of America zufolge, die im Mai 2026 veröffentlicht wurde, leben 42 Prozent der Generation Z von der Hand in den Mund. Sie haben keine Ersparnisse, auch nicht für den Notfall, und der Kauf von Wohneigentum, der so genannte “amerikanische Traum” ist für sie ohne die Hilfe der Eltern, soweit diese in der Lage dazu sind, völlig unrealistisch. 77 Prozent von ihnen hatten zudem im September 2026 Kreditkartenschulden.
Die Demokratische Partei steht vor einem Umbruch
Derzeit sind nur zwei Demokraten im U.S. House of Representatives Democratic Socialists: Alexandria Ocasio-Cortez (New York) and Rashida Tlaib (Michigan). Der Senator Bernie Sanders ist schon seit Jahrzehnten bekennder Sozialist, aber kein Demokrat.
Das Establishment der Demokraten ist fest in pro-kapitalistischer Hand. 2017 erklärte die ehemalige Sprecherin des U.S. House, Nancy Pelosi, auf die Frage nach der ökonomischen Philosophie der Demokraten: "We're capitalists and that's just the way it is."
Dagegen bevorzugen mittlerweile 65 Prozent der Wähler, die sich als Demokraten identifizieren, der oben zitierten Erhebung von Gallup zufolge, den Sozialismus als Gesellschaftsystem. (Parteien in den USA haben keine Mitglieder, sondern Anhänger, die sich bei der Wahlregistrierung als solche identifizieren, um an den Vorwahlen teilnehmen zu können.)
Die Wahl des Sozialisten Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York City zeigt, dass der sozialistische Flügel der Demokraten wesentlich an Einfluss gewinnt, ein Umbruch innerhalb der Partei eine Generationenfrage ist und wahrscheinlich zuerst auf lokaler Ebene geschehen wird. So bekennen sich auch die Bürgermeisterinnen von Seattle und Washington, D.C., Katie Wilson und Janeese Lewis George zu den Democratic Socialists.
Aber auch bei den Zwischenwahlen am 3. November 2026 könnten die Democratic Socialists bis zu sieben weitere Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus hinzugewinnen.
Die Republikaner sind alarmiert
Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete am 1. September 2026 eine Resolution mit 220 zu 192 Stimmen (bei zwei Enthaltungen), um den Sozialismus in all seinen Erscheinungsformen, einschließlich der Democratic Socialists of America, zu verurteilen. Alle Republikaner und acht Demokraten stimmten mit Ja.
Dass 192 Demokraten den Sozialismus nicht verurteilen wollten, zeigt dass die oben erwähnte Stellungnahme von Nancy Pelosi nicht mehr ganz zutrifft und der Einfluss der Democratic Socialists zunimmt.
Besonders bemerkenswert finde ich jedoch, dass diese Abstimmung überhaupt stattfand. Die Republikaner sehen wohl die demokratischen Sozialisten mittlerweile als Gefahr, zumal 45% der unabhängigen Wähler dem Sozialismus gegenüber positiv eingestellt sind.





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