"Unsere kleine Farm" auf Netflix
- vor 4 Tagen
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Aktualisiert: vor 9 Stunden
Netflix hat damit begonnen, die Bücher von Laura Ingalls Wilder, die genau wie meine Auswanderer-Krimis das Leben in der Prärie zum Thema haben, neu zu verfilmen. Natürlich habe ich mir die erste Staffel gleich angeschaut.

Zugegeben: Ich war skeptisch, denn ich befürchtete, dass es auch die Neuverfilmung mit den Details nicht so genau nehmen würde, so wie es bei der beliebten Originalverfilmung aus den 1970er Jahren der Fall war, bei der man auf den ersten Blick sehen konnte, dass sie nicht in der Prärie gefilmt worden war. (Ich habe in den 1990er Jahren kurz selbst mitten in der Prärie gelebt, und zwar in South Dakota, und deshalb fiel mir das besonders auf.) Aber: Die Neuverfilmung wurde tatsächlich in der Prärie gefilmt, und zwar in der kanadischen Provinz Manitoba. Die Produzentin hatte, so habe ich gelesen, darauf großen Wert gelegt.
Und auch das Schicksal der amerikanischen Ureinwohner, in diesem Fall das Volk der Osage, wird ausführlich behandelt, mit durchweg indigenen Schauspielern und zahlreichen Dialogen in
der Sprache der Osage. Die Indianer sind sich bewusst, dass ein "Bevölkerungsaustausch" (hier trifft der Begriff der Neuen Rechten wirklich hundertprozentig zu) unvermeidbar ist, und gehen damit unterschiedlich um. Der Schauspieler Xander Cole erhielt viel Lob für die Darstellung des jungen Indianers Little Puma. Cole und die meisten anderen indianischen Schauspieler entstammen dem Volk der Ojibwe und gehören zu einer bemerkenswerten neuen Generation indigener Schauspieler in den USA und Kanada.

Auch andere Figuren sind hervorragend dargestellt, insbesondere der Nachbar Mr. Edwards, der in der Netflix-Fassung von "Unsere kleine Farm" von Warren Christie gespielt wird. Mr. Edwards heißt jetzt John, und seine Frau und zwei Töchter sind an der Cholera gestorben, während er im amerikanischen Bürgerkrieg gekämpft hatte. Krieg und Verlust der Familie machten ihn zum Alkoholiker.
Begeistert war ich auch von den vielen Details in der neugegründeten Stadt Independence, die viel Ähnlichkeit mit der Stadt Himmelsfeld in meinem ersten Auswanderer-Krimi "Hoffnung ist ein weites Feld" hat. Wer meine Bücher gelesen hat, wird viel wiedererkennen, sowohl was die Gebäude, als auch die Menschen betrifft. Besonders beim ersten Besuch der Familie in der Stadt, die zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein und mehr oder weniger eine Baustelle war, ist die Ähnlichkeit mit Himmelsfeld wirklich bemerkenswert.

Und die Eisenbahn spielt auch in meinen Büchern eine wichtige Rolle. Wie diese um des Profites Willen die weißen Siedler mit falschen Versprechungen anlockte und dann benutzte, um die indianischen Bewohner des Landes zu verdrängen, ist in der Neuverfilmung von "Unsere kleine Farm", die sowohl Kinder also auch Erwachsene anspricht, hervorragend dargestellt worden.
Fazit: Die Netflix-Neuverfilmung von "Unsere kleine Farm" ist ausgesprochen sehenswert! Ich freue mich schon auf die zweite Staffel, deren Dreharbeiten bis Ende Oktober 2026 dauern werden und die dann voraussichtlich Mitte 2027 auf Netflix zu sehen sein wird.




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